Tigerauge ist ein geädertes Gestein, ein Schmuck- und Halbedelstein, der durch die Verdrängung dünner, faseriger Adern des Minerals Riebeckit (einem alkalischen Amphibol) durch durchscheinenden Quarz oder Chalcedon entsteht. Dieser Stein hat eine wunderschöne goldgelbe oder goldbraune Farbe und einen seidigen Glanz auf polierter Oberfläche. Die Farbe des Tigerauges ist auf Einschlüsse von Eisenhydroxiden (Goethit FeOOH, Limonit) zurückzuführen.
Das ursprüngliche Mineral, Krokydolith, ist magmatischen Ursprungs. Es bildet sich in subalkalischen Graniten zusammen mit Quarz und anderen Mineralien, wo sich Amphibole entlang von Brüchen ablagern.
Es tritt in geäderter Form zusammen mit Tigerauge auf.
Die Verdrängung von Riebeckit (ein alter Name für Krokydolith) durch Quarz und Eisenhydroxide erfolgt unter hydrothermalen Bedingungen. Daher kann Tigerauge, wie auch Falkenauge, als Mineral hydrothermalen Ursprungs klassifiziert werden. Die Verdrängung erfolgt zunächst durch Eisenhydroxide und anschließend durch Quarz.
Im alten Rom betteten Bauleute Stücke von „Tigerauge“ zwischen die Straßensteine, um die Sichtbarkeit bei Nacht zu gewährleisten.
Dieses Mineral ergibt ein wunderschönes gelbbraunes Pigment.
Chemische Beschreibung: Mineral. Siliziumdioxid mit Verunreinigungen durch Eisenhydroxid.
• Chemische Formel: SiO₂ + FeOOH
• Lichtechtheit: 8
• Alkalibeständigkeit: 5
• Kalkbeständigkeit: 5
• Säurebeständigkeit: 5
• Farbindex: Keine Angabe
• Geeignet für: Acryl, Fresko, Keramik, Öl, Tempera, Aquarell/Gouache, Silikatbinder, Zement/Gesso
• Farbe: Goldgelbbraun
• Form: Pulver
• Hohe Deckkraft